Führerschein mit 17 Jahren

Jugendliche können in Nordrhein-Westfalen mit dem so genannten "Begleiteten Fahren" bereits mit 17 Jahren den Führerschein machen. Doch was soll eigentlich der Beifahrer während der Fahrt machen?

Zunächst sind einige rechtliche Grundlagen zu beachten. Der Beifahrer muss mindestens 30 Jahre alt sein, den Führerschein seit fünf Jahren besitzen und nicht mehr als drei Punkte in Flensburg haben. Auf der Prüfbescheinigung kann man bis zu vier Personen als Begleiter eintragen lassen. Wie für den Fahrer selbst gilt auch für den Begleiter die 0,5-Promille-Grenze. Zudem sollten vorab die versicherungsrechtlichen Bedingungen geklärt werden, denn manche Fahrzeuge dürfen nur vom Versicherungsnehmer selbst gefahren werden. Außerdem wichtig: Fährt der Jugendliche alleine oder mit einem Beifahrer, der nicht auf der Prüfbescheinigung als Begleitperson eingetragen ist, wird die Fahrerlaubnis widerrufen. Hinzu kommen ein Bußgeld und Punkte im Zentralregister.

Ansonsten mahnen die Experten zur Zückhaltung: Als Begleiter sollte man sich nicht als Fahrlehrer aufspielen und ins Lenkrad greifen, sondern beispielsweise in komplexen Situationen beruhigend auf den Fahranfänger einwirken. Erfahrene Fahrer erkennen Gefahren viel früher und können zu einer vorausschauenden Fahrweise motivieren. Zudem sollte man den Jugendlichen Fahrtzeit und Strecke entsprechend seinem Können selbst auswählen lassen, um ihn nicht zu überfordern. Auch Gespräche über Alkohol und Drogen am Steuer sowie überhöhte Geschwindigkeit sind hilfreich. Außerdem bieten die Landesverkehrswachten Einweisungsveranstaltungen für Begleiter an.

Die Bevölkerung steht dem Begleiteten Fahren, das inzwischen in Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Bayern möglich ist, übrigens skeptisch gegenüber. Bei einer aktuellen Umfrage der Programmzeitschrift "auf einen Blick" haben sich 58 Prozent der Befragten dagegen ausgesprochen. Vor allem Frauen halten nichts davon: Hier beträgt die Zustimmung nur 36 Prozent. Ganz anders sehen das die Jugendlichen selbst. In der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen sprachen sich 58 Prozent für den Führerschein mit 17 aus, bei den Schülern sind es sogar 71 Prozent.

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